Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 57

Thema: Schreibe eine Geschichte im RPG-Stil

  1. #21
    Travianer
    Registriert seit
    06.07.2011
    Beiträge
    3

    Standard Aus der Korrespondenz des Tribun Fionn MacCumhal mit dem acc Furchtbar:

    Allerwerteste und furchtbarste Herrin der Kundinen, Grazien und Teutinen,

    gar lang ist es her, dass Kunde von Euch und den Mädelz an mein wissbegieriges Ohr drang.
    Tagtäglich vergeht der Wachdienst an der Grenze in eintöniger Weise (die Wachsamkeit nicht so stark fordernd, als eher die Wachheit). Aber als meine reitenden Boten mir, Fionn MacCumhal, die frohe Kunde verbrachten, Du und die hübschen, rotbestrumpften und in Lack und Leder gehenden furchtbaren Kämpferinnen seien in einem Lager ganz in der Nähe unseres Garnisonsverbandes gesehen worden, waren alle Legionäre, Prätorianer, Legatis und Cäsaren hellwach.
    Ach, welche Freude herrschte unter Deinen Lieblingsrömerlein (an die Du Dich doch hoffentlich noch erinnerst).
    Aber zunächst Kunde von dem Ungemach, welches uns in vergangener Zeit getroffen hatte: Es ist leiderl so, dass wir wohl stärker in der Verteidigung als im Angriff sind, auch wenn wir jetzt stetig üben. Aus Rom sandte man uns edle Senatoren, gewandt in der Redekunst, um die abtrünnigen Dörfer, die sich den Heerführern bennii und MarDaMun angeschlossen hatten, zu einer Umkehr zu bewegen.
    Ich, der Held Fionn MacCumhal daselbst, begleitete mit meiner Schar der ausgesuchten 300 Cäsaris die besagten Senatoren zur abtrünnigen Stadt bennii#8. Kurz zuvor hatte eine Armee schwarzer Schlangenreiter des mit uns verbündeten Heerführers Black Mamba diese Stätte der Heimtücke und des Verrats verwüstet. Leider erfolgte keine Mitteilung des geplanten Angriffs durch reitende Boten an uns, sodass deren Eintreffen in aller Stille und Heimlichkeit von statten ging. Also machten meine Mannen sich erst auf den Weg, nachdem die Kunde über einen doch sehr leicht errungenen Sieg unter der Hand zu uns gemeldet wurde. Zudem mussten wir bei der Wahl der Reisegeschwindigkeit Rücksicht auf unsere erfahrenen und damit von hohem Lebensalter gesegneten Senatoren nehmen.
    Als wir uns in Sichtweite des Dorfes befanden, konnten wir die Tore schief und halb herausgerissen in ihren Angeln hängen sehen. Hindurchblickend erkannten wir einen einsamen Hund auf dem Marktplatz des Dorfes, der uns anknurrte und laut verbellte.
    Sonst herrschte eine Grabesstille um uns - unsere vorsichtigen Späher waren gerade vor 5 Minuten mit der Kunde zurückgekehrt, vom Feind sei nichts zu sehen. Trotzdem näherten wir uns vorsichtig dem vernachlässigten Dorf. Überall standen wild wachsende Büsche, lange Gräser bedeckten den Boden, zerstörte Wägen, Kriegsgerät und andere herumstehende Gerätschaften, teilweise noch vom Feuer rauchend, machten das Gelände äußerst unübersichtlich - als plötzlich ein grausiges Rauschen die Luft erfüllte.
    Aus allen Richtungen schlug ein Pfeilhagel in unsere durch das Gelände etwas zu lockerere Formation, Gestalten schälten sich unter infernalischen Gebrüll aus der Erde selbst, schnitten unseren edlen Rössern die Fesseln durch und warfen sich auf die schwer gepanzerten, aber am Boden sich nur mit dem Mute der Verzweiflung wehren könnenden tapferen Krieger. Fionn selbst war von mindestens 3 Pfeilen getroffen, als er vorstürmend den Befehl gab, zum Gegenangriff über zu gehen und wenigstens das Leben der altehrwürdigen Senatoren zu retten. Jedoch ... vergebens. Bestialisch wurde die Elite unsere Truppe samt den drei Senatoren abgeschlachtet und fast zu Tode getroffen konnte sich Fionn als letzter kämpfend von der Übermacht lösen um die Kunde vom Untergang in unser Lager zu tragen.
    Das Fest zu Ehren unserer gefallen Krieger dauerte lang und länger noch die Trauer über manch schwer vermissten Freund und Kampfgefährten aus alten Tagen. Auch die Sorge um das Überleben des Fionn MacCumhal dauerte lang, war er doch den Pforten des Hades erst im allerletzten Augenblick entronnen.
    Durch die (teuren) Künste unserer Priester und Heiler ist er inzwischen an Leib und Leben genesen und hat auch schon wieder einen kleine Schar Getreuer um sich versammelt - auch drei neue Senatoren haben den weiten und teuren Weg in die Grenzregion erfolgreich gemeistert - aber die Sorge um Euer Schicksal lässt ihn Tag und Nacht nicht schlafen.
    Um so größer war die plötzliche Freude, Euch als Nachbarin zu wissen. So lasst denn von Euch hören und meldet, was es neues gibt in den furchtbaren Landen.
    Es grüßt Euch ein äußerst neugieriger und auf ein Fest mit den lieblichen Mädelz (seien sie rotbestrumpft oder nicht, in Lack & Leder oder nicht) hoffender

    Fionn MacCumhal/ Peter

  2. #22
    Travianer
    Registriert seit
    01.04.2012
    Beiträge
    1

    Standard Im Reich von Kallewirsch63

    Die Nacht zog sanft über das Dorf dahin und verbreitete ihre dunklen Schatten über das friedliche Land. Ein Großteil der Bevölkerung hatte sich schon vor Erschöpfung zum Schlafen gelegt, mit dem ruhigen Gewissen das über ihre Sicherheit gewacht wurde. Aus der riesigen Kaserne und aus der Schmiede, in denen die stationierten Truppen untergebracht war, klangen vereinzelt Geräusche von den dort beschäftigten Mannschaften, denen es oblag die Waffen einsatzbereit zu halten.
    Wie fast jeden Abend befand ich mich in der Kommandostelle unweit der Spionageabteilung in der trotz der fortgeschrittenen Tageszeit Hochbetrieb herrschte.
    Ich saß mit meinem Dorfvertretungen Heller Blitz und starke Falle, Prof. Argus/Spähabteilung, dem Waffen- und dem Stallmeister aus meinem Reich in einer Besprechung, zu der wir uns einmal im Monat persönlich zusammenfanden. Der Sprecher vom Dorf der Fallen, hatte gerade das Wort und sprach mit ernster Miene:
    "Die Angriffe im nahen Umland steigen.... und deshalb muss ich hier und jetzt beantragen dass die alte Truppenstärke im Dorf wieder hergestellt wird!"

    Heller Blitz sprang von seinem Sessel auf und schlug mit beiden Händen hart auf den großen aus armenischem Hartholz geschnitzten Konferenztisch, so dass es durch den Saal hallte. Mit vor aufkommender Rage flackernden Augen rief er mit seiner lauten und das Befehlen gewohnter Stimme:
    "Wie könnt ihr, Starke Falle, angesichts unserer momentanen Lage so vermessen sein und hier solche Forderungen stellen?!! Ist ihnen eventuell entgangen das wir erst am Anfang unseres Reiches stehen und unsere Siedler mit aller Kraft und bloßen Händen den Aufbau unserer Dörfer vorantreiben. Die Bauern treiben Ihr Vieh, bearbeiten die Felder…das Holz wird geschlagen, die Steine hergestellt und das Eisen abgebaut. Wir befinden uns mitten im Aufbau und da kommen sie mit solchen haltlosen Ideen, das ist einfach absurd!"

    "Heller Blitz wie könnt ihr es wagen?! ... Glaubt ihr wirklich, dass ich den schwärzesten Tag unseres Volkes und das ganze Leid vergessen könnte, oder dass es mich nicht interessiert?! Wie wir auch schon im letzten Reich des TT gekämpft haben"
    - Er atmete kurz durch und sprach etwas gedämpfter weiter:
    "Ich verlange nicht, das extra Truppen zu uns abgestellt werden, sondern nur das Reiter, Späher und das Fußvolk dort auch belassen werden!"


    Heller Blitz war schon im begriff auf das Gesagte zu antworten, doch ich spürte das dies hier zu nichts führen würde und ich hob meine Hand um den Redeschwall der beiden Einhalt zu gebieten. Beide schauten nun zum Kopf des riesigen Tisches an dem ich saß. Ich machte mit meinen Händen eine beschwichtigende Geste. Mit ruhiger Stimme fing ich an zu sprechen:
    "Setzt euch meine Freunde."
    - Ich schaute abwechselnd beide an und diese machten noch ein paar unschlüssige und unbeholfene Gesten und setzten sich dann auf ihre Sessel. An Helle Blitze gewandt sagte ich:
    "Ihr solltet bei aller Hitzigkeit der Debatte niemals vergessen, das starke Falle ein treuer und loyaler Freund ist und ihm niemals Eigennutz unterstellt werden kann und darf!"

    Heller Blitz erhob sich und sagte zu Dorfkomandeur Falle:"Entschuldigt meine Worte, sie waren nicht so gemeint wie ihr und auch wohl auch unser Oberkommandeur Kallewirsch sie auffassten. Ich zweifelte nie an eurer Gesinnung."

    Stake Falle nickte ihm freundlich zu und damit war dieses kleine Ärgernis unter den beiden alten Freunden aus der Welt geschafft. Nun wandte ich mich meinerseits an meinen Dorfkomandeur Falle und sagte ihm:
    "Werter Freund, eure Forderung ist verständlich, denn euch obliegt die Verantwortung über eure Dorf und auch dieser muss wehrhaft sein und sein Bewohner beschützen können. Doch bei allem Verständnis für eure Lage muss ich euren Wunsch ablehnen. Die Kampfkraft des Hauptdorfes steht im Moment im Vordergrund und dem muss sich alles unterordnen! Euch stehen genug Truppen zur Sicherung der Bevölkerung und der Ressourcen zur Verfügung und dies muss vorerst bis auf weiteres reichen. So Leid mir das auch tut!"
    Ich hatte gerade geendet und Falle setzte zu seiner Antwort an, als mit einem lauten Knall die Doppeltür zum Saal aufgestoßen wurde und der Leiter der Spionageabteilung und mehrere Späher in den Saal stürmten. Professor Argus, der zuständige Chef der Abteilung für Friedenssicherung rief schon von weiten:
    "Oberkommandeur uns droht ein Angriff! Wir müssen sofort handeln, obwohl ich glaube, dass uns dafür kaum noch Zeit bleibt!"
    - Bei mir angekommen sprach er sofort weiter:
    "Wir hatten schon vor einigen Tagen erhöhte Feindaktivität und überdurchschnittliches aufkommen des Spähverhaltens festgestellt, worauf wohl auch der Verrat unserer Ressourcenstärke vor 10 Tagen zurückzuführen ist. Doch heute sind diese Spionagen noch einmal mit erhöhter Intensität aufgetreten und von unseren befreundeten Herrschern wird ähnliches Geschehen berichtet.

    Er hatte kaum geendet als Blitz schon aufsprang, nach seinem Truppenbuch griff um die Späher unverzüglich ausrücken zu lassen. Mit starker Stimme rief er hinterher: „Und vergesst die kleine Standarte nicht!!“
    Unsere Sorge galt in diesem Moment unseren Dörfern, denn unsere Truppen waren noch im Aufbau und hatten noch einiges an Training nötig. Doch unsere Herzen und unser Stolz riefen zur Gegenwehr .Es musste sofort eine Lösung gefunden werden!
    Ich…Kallewirsch sage Euch und sprach die Runde der aufgeregt durcheinander redenden Dorfoberhäupter und Bereichsleiter:
    " Das wichtigste ist die Kommunikation, Koordination, die richtige Strategie und der bedingungslose Zusammenhalt“.
    Es trat ein kurzes Schweigen ein. Ein anerkennendes Nicken der Versammelten bestätigte meine Gesinnung. Dann löste sich aus der Masse ein kleiner grauhaariger Mann und erwiderte:
    Sehr geehrter Kallewirsch, Eure Gesinnung wird unsere Dörfer stetig zur Größe verhelfen und
    Meine Treue Euch gegenüber wird niemals in den Schatten des Kampfes treten. Ich als Waffenmeister scharfe Klinge habe bereits die Waffenproduktion erhöht und kann unsere Truppen schon bald verstärkt ausrüsten.
    Er überlegte kurz und sprach weiter:
    "Die Zeitreserve durch die langen Laufwege unserer Widersacher gibt uns da noch etwas Spielraum“
    Ich sagte darauf:
    "Nur zu, dann lasst es uns versuchen!"
    Auch der Stallmeister fliegende Hufe bestätigte die Ausbildung zusätzlicher berittener Einheiten.
    So ging dann die Konferenz erst einmal zu Ende und Kallewirsch machte sich an eine Rede für seine Dorfbewohner…die in jedem Dorf zu verkünden war.
    Am nächsten Morgen… wurde In kurzen knappen Sätzen die Lage geschildert

    Werte Dorfbewohner,
    durch gewisse Vorkommnisse Spionagen / Angriffe bei unseren Freunden..
    muss ich Euch bitten Eure Produktion zu steigern! Um unser Reich zu verteidigen und zu vergrößern benötigen wir mehr Ressourcen. Diese werden auch zum Teil wieder in die Vergrößerung eurer Betriebe verwendet. Jeder Stein, jedes Korn…alles ist wichtig. Alle nickten und waren sofort zur Hilfe bereit. Kallewirsch bedachte der Lage und fügte seiner Rede noch folgenden Schluss zu
    Hebt Euer Haupt, seit stolz…so stolz, wie ich auf Euch bin.


    Mit einem Gruß verließ er sein Rednerpult und machte sich gleich wieder auf um den Plan sein Reich zu schützen und zu vergrößern in die Tat umzusetzen…..
    Es lebe das Reich von Kallewisch!!!

  3. #23
    Travianer
    Registriert seit
    21.09.2008
    Beiträge
    23

    Standard Alltag 59 n.C.

    Wiborg mochte die Stille des beginnenden Tages. Über morgenfeuchten Boden führte sein Schritt nach Süden. Sorgsam achtete er darauf, dass sein Pfad nicht die Deckung des Waldes verließ.

    Fast hundert Schritt weit hatten die Römer Bäume und Gehölz vor ihren Palisaden gerodet und der nächste Turm lag nur ein kleines Stück weiter nördlich. Er fürchtete nicht um sein Leben, doch auch wenn sie das einem Jungen nicht nehmen würden, so wäre immerhin seine Beute für die Legionäre einer Fußstreife sehr willkommen. Wiborg kannte die Soldaten. Manches Mal hörte er die Händler schimpfen, die fast jeden Tag den Übergang am Turm passierten, um mit ihren Waren im Kastell zu handeln. Wie unzufrieden sie oft mit der Bezahlung waren! Fast fünfhundert Mann waren dort stationiert und wollten verpflegt werden. Sie konnten kämpfen, das wusste er. Wiborg hatte schon oft von den Avernern gehört, die jenseits der Grenze zu seines Ur-Ur-Großvaters Zeiten harte Auseinandersetzungen mit den Eroberern hatten. Auch hatte er vor zwei Monden mit Gernot zusammen am Feuer gesessen. Der hatte ihm von einem Raubzug über den Wall ins römische Hinterland erzählt. Reiche Beute machten sie dort auf dem Gutshof, zwei Tagesmärsche im Westen. Gernot zeigte ihm ein gutes Kurzschwert und auch schöne Silberringe. Auf dem Rückweg trafen sie überraschend auf eine kleine Gruppe der Römer. Drei von Gernots Begleitern starben, bevor die wenigen Römer besiegt waren.

    Ja, kämpfen konnten sie, aber sie waren keine Bauern und auch als Jäger taugten sie nicht viel. Da würde ihnen Wiborgs Beute gerade recht sein. Hier, am Rand der hölzernen Grenze war das Wild leichter zu jagen und Wiborg hatte mit seinem Ger ein schönes wildes Schwein erlegt. Die besten Stücke für sich und seine Familie trug er im Tuch gebunden auf dem Rücken. Nein, das sollte kein Römer bekommen …

  4. #24
    Travianer Benutzerbild von pius
    Registriert seit
    07.10.2013
    Beiträge
    1

    Standard Ich war da, sah und spießte... oder auch nicht

    Aus dem Memoiren einer Palisade…

    Ein super Tag, wie jeder Tag meiner Tage. Die Sonne scheint, ich spüre ihre Wärme und stark fühle ich mich auch. Na gut, stark fühle ich mich immer. Ganz einfach weil ich es bin. Und dann kam auch noch ein Vogel so schräg angeflogen, das ich ihn aufgespießt habe …oder er sich an mir. Was macht das schon für einen Unterschied, es war ein dummes Vieh. Und was sehe ich dann um den Tag vollends super zu machen…. Truppen, wie sie geradewegs auf mich zu laufen.

    Was soll ich dazu schon sagen. Ganz einfach: „Kommt nur her“. Zwar still, aber immerhin zu mir selbst. Hab schon eine Menge Kämpfer komme und sterben sehen. Die kamen sahen uns siegten nicht. Stattdessen hieß es, ich bin da, sah und spießte. Was soll an denen schon anders sein. Was haben wir denn da? Ich sehe einige Typen mit ihren Keulen. Ach Keulen, die können mir gar nichts. Und da sind auch noch welche auf Pferden. Werden ja sehen ob die Viecher genauso dumm sind wie der Vogel heut morgen. Mit Blut getränkt werde ich nur noch stärker. Was noch? Die sehen aus wie die Schleudern, von den Kindern aus dem Dorf, nur etwas größer. Wir werden ja sehen wer aus härterem Holz gemacht ist. Ich weiß die Antwort ja doch schon… Ich. Da ist noch so ein Wichtigtuer mit langer blonder Mähne. Glaube den hab ich schon mal gesehen, schon mal getötet. Wenn er sich unbedingt danach sehnt ein zweites mal drauf zu gehen. Obwohl es viel zu viele Wichtigtuer gibt und das schlimmste… sie haben alle lange blonde Haare. Der Schönling hat wohl seinen Daddy mitgebracht, den komischen alten Kerl. Will er uns sagen dass er Sternzeichen Widder ist oder was soll der bescheuerte Helm? Einfach lächerlich der Typ. Und was tragen die Mennekens da, etwa Baumstämme? Recht massive Teile. Kenn ich den einen nicht? ist das nicht mein ehemaliger Nachbar aus dem Eichenwald, Dieter? Das aus dem eine Waffe geworden ist, passt. Der war schon immer hart drauf. Da ist niemand gekommen und hat ein Herz mit Namen rein geschnitzt. Ich schäme mich noch jetzt für das Tattoo. Bestimmt sind Katrin und Thomas schon lange auseinander, aber diese Schmiererei habe ich noch immer. Bei Dieter hätten die so was nicht gewagt. Cool ihn wieder zu sehen. Sind auch bald schon da. Ich freu mich drauf. Nichts kann schöner sein als Truppen die an mir abprallen, an mir scheitern, an mir sterben. Kommt nur her! Dieser Angriff wird bestimmt Legen…

    Der Schmerz ist höllisch. Was ist passiert? War ich bewusstlos? Wieso sieht es hier so komisch aus? Wieso ist auf einmal alles so groß, die Menschen, Tiere und vor allem die Häuser. Eben noch konnte ich alles Kilometer weit überblicken, mir pfiff der Wind um die Pfähle, ich war der Herrscher des Dorfs. Jetzt kann ich kaum ein paar Meter weit schauen und das Schlimmsten, ich kann ich den Schmutz riechen. Waschen die sich denn nie? Hier riecht es nach nassem Pferd, Stinkefüßen, Matsch und ist das etwa der Gerucht von Bier? So was haben meine Menschen doch nie getrunken. Ich selbst fühle mich schon ganz dreckig. ALLMÄCHTIGER TANNENBAUM. Ich fühle mich nicht nur so, ich bin es. Wo ist mein wunderschönes Holz hin, dieses harte, starke, lebendige Holz. Ich sehe nur Matsch, nur Lehm. Was soll das? Ist das ein mieser Scherz? Die Leute reden auch nur Dreck. Reden von dem erfolgreichen Angriff. Das kann doch gar nicht sein. Ich habe doch noch immer alle aufgehalten und wie soll er erfolgreich gewesen sein, wenn die Leute im Dorf noch immer leben. Wer sind diese Menschen überhaupt. Ich kenne keinen von ihnen. Dabei bin ich schon länger hier, als alle anderen. Ich bin doch der Herrscher des Dorfs. Ein Dorf das so anders aussieht. Selbst die Häuser sehen merkwürdig aus, ganz fremdartig. Ich weiß es, ich weiß es. Ich muss nur aufwachen. Ich wünschte es wäre ein Traum, ich wünschte ich könnte überhaupt Träumen.

    Aber es ist kein Traum, es ist Alles anders, seit diesem Angriff…

    Gez. die einst so stolze Palisade
    Geändert von pius (09.10.2013 um 13:06 Uhr)

  5. #25
    Travianer
    Registriert seit
    08.10.2013
    Beiträge
    1

    Standard Aufstieg oder Fall

    Spät am Abend steht der Anführer der Faulpelze auf dem Versammlungsplatz des Dorfes und mustert seine Männer. Es ist klar, sie haben sich bisher tapfer behauptet, viele der Raubzüge auf das eigene Dorf abgewehrt und selbst auch Beute gemacht. Aber dennoch liegt die Stirn des Anführers in Sorgenfalten.
    Alleine werden die Angriffe der umliegenden Germanen nur noch schwer abzuwehren sein und wenn erst die Römer mit ihren Feuerkatapulten anrücken wird es sehr schwer werden.

    Er schaut nochmals in die Ferne - und ja da kommt der Bote den er zu den Verbündeten Stämmen des Gallischen Walls geschickt hatte.

    Unruhig erwartet er den Boten an der Palisade - sie ist stark und die verdeckten Fallen bieten dem Dorfen einen gewissen Schutz, aber wenn der Bote gute Nachrichten bringt werden die Pfähle der Palisade in Zukunft bei Angriffen nicht nur von seinen Männern verteidigt, ja wenn sein Aufnahmegesuch ein positives Echo in den Botschaften der Oberhäuptlinge des Gallischen Walls gefunden haben sollte.

    Kaum ist der Bote angekommen geleitet er ihn in die Botschaft und liest die Nachricht - und ist erleichtert, er sendete den Boten zum Versammlungsplatz und lässt ein Fest ausrichten, die Faulpelze sind Teil der Allianz des Gallischen Walls geworden.

    Während die Krieger feiern schreibt der Anführer weitere Briefe an seine neuen Mitstreiter um seinen Überschuss an Getreide gegen weitere Waffen einzutauschen um nun nicht nur sein Dorf sondern alle Dörfer des Gallischen Walls verteidigen zu können.

    Und schon bald treffen die ersten Freunde ein - Kundschafter der Germanen um Späher der Gegner abzufangen, und nicht mal drei Tage später werden die Krieger zum Nachbarn Farmi gerufen, der einen Angriff abwehren möchte ...

  6. #26
    Travianer Benutzerbild von Lokasenna
    Registriert seit
    22.08.2010
    Beiträge
    66

    Standard Wie ich wieder ins Geschäft kam…

    Ich hab zwar schon genug Gold, aber damit der erste Platz sinnvoll vergeben wird poste ich trotzdem:



    Prolog

    Ich bin ein Kundschafter. Früher war ich ein gefeierter Held, führte Heere an oder kämpfte
    mich allein durch die Verteidigung ganzer Dörfer.

    Doch die Zeiten hatten sich verändert. Die Hunnen waren nach Osten vertrieben und die
    Handelswege nach Persien somit wieder offen. Seitdem wurden die edelsten Rüstungen,
    die schärfsten Schwerter und manch anderes seltsames Zeug aus dem Orient, hier ins ständig
    vernebelte Sumpfland Mitteleuropas gebracht. Nicht für lau, nein die Muselmänner verstanden
    es schon immer zu handeln. Für teures Silber!

    Aber wo stand es dass ein Held Silber besitzen müsse? Ich stammte aus einer ärmlichen Familie.
    Meine Eltern hatten ihr Haus noch mit eigenen Händen und in jahrelanger Arbeit mühsam
    aufgebaut. Dieser verdammte Goldadel der mittlerweile fast alle Throne der Herzogtümer
    Mitteleuropas besetzt hält, hat das natürlich nicht mehr nötig.

    Ich hatte keine Rüstung und kein Silber. Darum musste ich diesen kümmerlichen Kundschafterjob
    machen. Schlich mich heimlich durch die Gassen der schnell gewachsenen Städte, spioniere in
    den Palästen der Adeligen und melde meinen Herren wo sich feindliche Truppenverbände aufhalten.
    Dort wo ich mich früher über Erdwälle und Palisaden gekämpft hatte, stehen mittlerweile Häuser
    dicht an dicht und Menschen drängen sich durch Marktgeschehen. Den Wällen und Holzpalisaden
    sind weitläufige Maueranlagen, mit großen Toren gewichen. Aber bei all den Händlern die tagein
    tagaus durch die kaum bewachten Tore zogen, war es ein Leichtes, sich in die Stadt zu schleichen.


    Wie ich wieder ins Geschäft kam…

    Und so lag ich hier, mal wieder in der Pissbrühe, unter dem strohbeladenen Ochsengespann eines
    Bauern und beobachtete die Menge.

    Es wurden wieder allerlei Waren angeboten. Kunstwerke, Schriftrollen, Verbandszeug. Selbst ein
    Rosshändler war in der Stadt. Als ob ein Krieger unbedingt ein Pferd bräuchte. Und diese
    sogenannten kulturellen Errungenschaften…früher haben wir den Göttern ein paar Kriegsgefangene
    geopfert, und nachdem wir über deren Weiber hergefallen waren haben wir noch die Bier- und
    Schnapsvorräte leergesoffen.

    Ich schluckte den Ärger runter, kroch unter dem Heuwagen hervor und mischte mich unter die
    Menge, um mich bis zum Palast vorzuarbeiten. Unterwegs zog ich mir eine grünbraune Holzfällers-
    Tunika über, die ich von einer Wäscheleine stahl. Meine eigene Kleidung hatte zu sehr nach Morast
    und Stadtfäkalien gestunken. Ich sag´s ja, undankbarer Kundschafterjob. So stand das jedenfalls
    nicht in der Stellenausschreibung.

    Die Wachen würden mich zwar auch im Holzfällerdress nicht in den Palast einlassen, das war mir klar,
    aber den Weg durch den Haupteingang wählte ich eh nicht. Ich kletterte eine dicke Efeuranke empor,
    die bis zu einem kleinen Erker emporragte, und außer einem Hornissennest auf halber Höhe unbewacht
    war. Doch den Viechern stank ich wohl noch immer zu sehr, oder sie machten sich nichts aus mir. Denn
    ich erkletterte die Ranke unbeschadet.

    Dieser Weg war allerdings trotzdem schlecht gewählt, kann ich euch sagen. Zumindest dachte ich
    anfangs so. Kaum schwang ich mich über die Brüstung des Fensters, befand ich mich im Schlafgemach
    von Siegfried, einer lokalen Berühmtheit.

    Siegfried wurde gerühmt für seine Tapferkeit. Er hatte in unzähligen Kämpfen bereits fünfhundert
    Männer erschlagen, so sagt man. Ich weiß aber auch, dass die Hälfte davon nur ausgemusterte
    Kundschafter in Sparringskämpfen waren. Sowas sind keine Heldentaten.

    Dummerweise war ich möglicherweise der nächste Kundschafter auf seiner Liste, denn er befand sich
    gerade im Gemach. Zusammen mit drei spärlich gekleideten Frauen, eine von ihnen war sogar völlig
    nackt. Sie räkelten sich gerade zu Viert im Bett und irgendwie wunderte es mich gar nicht, dass
    Siegfried selbst dabei seine Rüstung und die totschicken Lederstiefel anhatte. Ich weiß aber auch
    nicht, ob mich ein nackter Siegfried nicht zu sehr erschrocken hätte.

    Als er mich sah, griff er allerdings zum Schwert. Quasi zum Echten, den das andere hatte noch eine
    der Frauen im Mund.

    Ich hatte erstmal keine Waffe, denn ich war ja schließlich Kundschafter. Also schnappte ich mir die
    Axt, die an der Wand zusammen mit einigen anderen Waffen hing. Siegfried sollte mal froh sein, dass
    ich alleine kam. Mit dem dargebotenem Waffenarsenal hätte man auch zehn Angreifer vollständig
    ausstatten können.

    Dieser Gedanke brachte mich zum Schmunzeln. Und sicher hatte Siegfried nicht damit gerechnet, dass
    ich mit der Axt auch noch umgehen konnte. Obwohl ich doch noch immer die Holzfällermontur trug.
    Es war auch gar nicht schwer seinem erbärmlichen Schwertgestichel auszuweichen. Und das obwohl
    ich eigentlich nur auf die nackten Weiber starrte, die sich jetzt laut kreischend Laken vor den Körper
    hielten.

    Wenn ich eins nicht leiden konnte, waren das kreischende Frauen. Also machte ich es kurz. Ich stieß
    Siegfried die Axt gegen die Rüstung, sodass dieser zum Fenster taumelte. Jetzt fehlten nur noch ein
    angetäuschter Hieb von rechts und ein gezielter Faustschlag mit der Linken. Siegfried ging rücklings zu
    Boden und fiel dabei aus dem Fenster.

    Ich eilte an die Brüstung um festzustellen wie weitläufig er sich am Boden verteilt hatte. So einen
    Sturz in voller Rüstung überlebte man für gewöhnlich nicht.

    Verärgert musste ich aber feststellen, dass er direkt in einen vermaledeiten Wassereimer gelandet war,
    woher auch immer dieser kam. Ihm war nicht passiert, er rappelte sich bereits wieder auf. Böse drohte
    er mir mit der Faust. Wie ich seinesgleichen kenne würde er sofort wieder angreifen.
    Nun ja, ich befand mich im vierten Stock. Ein paar Minuten würde ich auf ihn warten müssen.
    Nachdenklich betrachtete ich die drei Weiber, die sich wieder beruhigt hatten, und die Goldstücke die
    neben ihren zusammengelegten Kleidern auf dem Nachttisch lagen. Scheinbar waren sie bereits
    bezahlt. Ich hatte also Gelegenheit die Zeit zu nutzen, bis Siegfried mit seinen Mannen hier
    auftauchte.

    Da die Drei wohl Profis waren und es recht schnell ging, beschloss ich doch nicht auf den Helden zu
    warten, sondern schnappte ich mir einige Waffen und Rüstungen von der Wand, einen kleinen Beutel
    mit Silberstücken den ich unterm Bett fand, und verlies das Gemach so wie ich es betreten hatte. Nur
    eben irgendwie als Held. Ich war wieder im Geschäft.


    Lokasenna
    Im Traum … ein Ei erschien. Mit einer Insel drumherum … Da waren Tiere und Menschen …
    Aber jeder Traum ist einmal zu Ende. Und wenn ich ganz wach bin, wird die Insel Cocolint verschwunden sein … In deinem Gedächtnis aber wird sie immer weiterleben

  7. #27
    Travianer
    Registriert seit
    08.10.2013
    Beiträge
    2

    Standard Mein Weg

    Mein Name ist Aeneas. Ich bin Prätorianer. Einer von vielen. Ich bin mutig und tapfer, kämpfe bis zum Äußersten und stehe meinen Kameraden bei. Es ist nicht schlimm, dass ich einer von vielen bin. Mein Stammesführer heißt uns nach unserer Ausbildung persönlich in der Truppe willkommen. Er freut sich über jeden und er kennt jeden. Wir sind auf dem Weg in ein verbündetes Dorf. Ein langer Marsch. Zermürbend. Dies ist das Zeitalter der Artefakte und Weltwunder. Wir wollen so ein Weltwunder beschützen. Römer, Germanen, Gallier in friedlicher Eintracht nebeneinander. Wir haben ein gemeinsames Ziel und dieses Ziel verbindet uns. Die Tage vergehen und die Stimmung unter den Feldherren wirkt angespannt. Mir und meinen Kameraden macht das nichts aus. Immerhin können wir uns aufeinander verlassen und der Austausch mit den anderen Kulturen stärkt die Kameradschaft. Wir Prätorianer sind stark gegen Infanterie. Ich habe eine gute Ausbildung genossen und keine Angst während der Ruhe vor dem Sturm. Bei einigen Anderen schwindet der Mut. Fragen kommen auf. Wie lange wird das Getreide reichen? Wer greift an? Wie viele Gegner werden es seien? Alles Fragen um die ich mir keine Sorgen mache. Ich kämpfe. Komme was wolle. Die Nachricht der Angriffe erreicht uns. Noch eine Stunde. 10 Sekunden. Man kann sie schon hören. Germanen. Viele…….
    Ich lebe noch. Gezeichnet vom Kampf. Meine Kameraden? Tod. Das Dorf? Bis zum letzten Mann verteidigt. Ich habe die Nachricht vom Angriff übermittelt, als Einziger der überlebte. Mein Name ist Aeneas. Ich bin Prätorianer.
    Geändert von seanpaul1 (09.10.2013 um 11:49 Uhr)

  8. #28
    Travianer
    Registriert seit
    08.10.2013
    Beiträge
    3

    Standard Krieg unter Freunden

    Nìal“ brüllen sie, „der Sieger“! Ja, das sind unsere Feinde. Einst waren wir Verbündete, doch dann haben sie sich dem Wettstreben und ihrer Ruhmsucht ergeben. Als die Römer in unser Land eingedrungen sind, haben wir Seite an Seite gekämpft. Viele Schlachten für uns entschieden. Doch sie wollten mehr, unser Land! Es herrschte immer etwas Argwohn zwischen unseren Dörfern. Natürlich haben wir auch stets unsere Späher in ihrem Dorf, die auch den almählichen Stimmungswechsel mitbekommen haben. Ansonsten wären wir wahrscheinlich bereits im Erdboden versunken.

    Es ist zehn Jahre her. Seitdem leisten sich unser Anführer Alasdair und der Barbarenhäuptling Nìal ein erbittertes Wettstreben. Auf beiden Seiten sind die Waffenkammern bis zum bersten gefüllt. Angeblich sollen die Baumeister der Ivari, unserer verhassten Feinde ein Gerät entwickelt haben, dass riesige Felsbrocken in die Luft schleudert. Sie nennen es ein Katapult, etwas mit gewaltiger Zerstörungskraft. Die Menschen in unserem Dorf haben Angst. Sie könnten jeden Moment angreifen. Wie weit können diese besagten Katapulte schießen? Man weiß es nicht.

    Ihr Gebrüll ist so fern, aber doch sind es nur 2 Tagesmärsche zu ihrem Lager. Schrecklich dieses Echo der Berge. Es ist ihr Versuch uns einzuschüchtern, Tag für Tag.

    Im Laufe der Zeit bin ich zum Anführer der Spähereinheit beordert worden. In den Wäldern um unser Dorf fühlte ich mich schon immer zuhause. Es ist erst fünf Uhr in der Früh als ich von Duncan, meinem Lehrling geweckt werde. Ein netter, aufmerksamer Kerl, wenn auch manchmal etwas zu neugierig. Wir satteln wie jeden Morgen unsere Pferde und durchkämmen die umliegenden Wälder. Gelegentlich erledigen wir etwas Wild das uns über den Weg läuft. Es gehört zwar nicht zu unserem Job, aber der Schwarzmarkt nimmt es dankend an.

    Hinter uns ein rascheln. Ich drehe mich blitzschnell um, gesteuert von Reflexen werfe ich mich auf den Boden und sehe ihn. Eine Gestalt mit dunklem Umhang. Auf der Brust das Zeichen der Ivari, ein feindlicher Späher. Ehe ich mit versehe fliegen Wurfmesser durch die Luft und flüchte mich hinter den nächsten Baum. Links ein Schrei. Duncan liegt am Boden. Der Unbekannte geht schnellen Schrittes auf ihn zu, gepackt vom Blutrausch. Er hebt seine Axt, bereit zum Schlag. Ich stoße einen Schrei aus, er zögert. Zeit genug meinen Bogen zu spannen. Treffer! Direkt durch die Brust.
    Ich eile zu Duncan, greife zu einem Heilverband unseres Druiden Fearchar und verbinde notdürftig sein blutendes Bein. Erste Hilfe war noch nie meine Stärke. Wir horchen ob noch mehr Feinde in der Nähe sind und verstecken uns die nächsten Stunden im Unterholz. Unsere Pferde haben leider das Weite gesucht. Von daher sind wir leichte Beute. Ein Krüppel und ein Mann. Wunderbar! Ich hoffe der Verband heilt wirklich so gut wie es Fearchar immer behauptet. Mit dem verletzten Bein wird Duncan jedenfalls nicht weit kommen. Als wir unser Nachtlager aufschlagen jammert er: „Mìcheal, lass mich doch zurück, sie werden dich noch finden.“ Ich sage ihm nur: „Sei ruhig Trottel, sonst finden sie uns wirklich noch“. Ich habe ihn gern, aber sein Gejammer kann ich nicht ab. Zurückgelassen wird hier niemand!
    Da unsere Vorräte nur für einen Tag ausgelegt sind, mache ich mich beim Einbruch der Nacht auf die Jagd. 2 Kaninchen und ein Eichörnchen. Nicht die fette Beute, aber genug für den nächsten Tag.
    In solch einsamen Zeiten schweifen meine Gedanken immer zu ihr, Dinah! Nein, sie ist nichts was der Name vermuten lässt. Man… war das eine Eroberung. Naja, eine gute Burg lässt sich nunmal nicht im Sturm einnehmen. Eichhörnchen...Eichhörnchenfell…ich mache ihr ein paar Handschuhe, die hat sie immer schon geliebt. Ich habe ja sonst nichts besseres zu tun als mich um den Krüppel zu kümmern.
    Nur was denken die anderen wohl wo wir stecken? Wir müssen schnellstmöglich zurück. Zwei Tage geb‘ ich ihm noch, dann müssen wir los.

    Ich mache die Augen auf, die Sonne steht schon hoch am Himmel. Es muss schon Mittag sein…verdammt! Okay, die letzen Tage waren hart. Aber wo zur Hölle steckt Duncan?! Fearchar’s Verband hat wohl geholfen. Na, bestimmt versucht er sich bei der Jagd, mal schauen ob es heute etwas zu essen gibt. Ich packe schon unsere Sachen zusammen, denn heute Nacht will ich wieder zurück im Dorf sein.
    Aus der Ferne erkenne ich sie, drei Gestalten. Zwei von ihnen tragen die hässlichen braunen Umhänge der Ivari. Und der dritte…Duncan! Er geht voraus, im Rücken die Streitäxte der Barbaren. Plötzlich läuft er voran und ruft: „Mìcheal, lauf!!!“. Er stolpert, fliegt in den Dreck und schreit: „Sie wollen uns alle…“, als die Axt auf ihn hinunter schnellt und sich durch seinen Leib bohrt. „…töten also?“. Ich denke nicht länger darüber nach, nehme meinen Bogen und renne. Ich renne bis die Sonne im Westen versinkt.
    Ich muss sie abgehängt haben. Keiner kennt diese Wälder so wie ich! Doch was machen die Ivari so tief in unseren Wäldern?

    Okay…fest steht ich muss schnellstmöglich zurück! Es muss schon mitten in der Nacht sein als ich den Waldrand erreiche. Doch was ist das? Rings um unser Dorf Darkar sind kleine Lagerfeuer, umringt von Zelten zu sehen. Ich bin zu spät, sie sind hier! Unsere Palisade hat schon mächtig Schaden genommen und ist an einigen Stellen schon notdürftig verstärkt. Zahlenmäßig scheinen unsere Feinde klar überlegen zu sein, doch es gibt noch Hoffnung. Wir haben den Verteidigungsbonus! Dazu westlich unseres Dorfes eine Druidensiedlung mit ca. 30 Einheiten. Sie leben unabhängig von uns im Wald. Wir lassen sie dort in Frieden leben. Im Gegenzug unterstützen sie uns im Falle eines Angriffs und versorgen uns mit Medizin. Während eines Angriffs könnten sie das Feld ordentlich von hinten aufräumen, herausragende Krieger.
    Ich nähere mich ihrem Lager. Moment, dass sind nicht alles Druiden. Die Herren mit den hässlichen braunen Umhängen sind auch anwesend. Verräter! Ich beobachte sie über Stunden lang. Sie scheinen irgendetwas zu planen. Als sich einer der Druiden vom Lager entfernt, hefte ich mich an seine Fersen. Als er von seinem Pferd absteigt, nähere ich mich ihm, stoße ihn zu Boden und halte meinen Dolch an seinen Hals. Ich frage ihn leise: „Was geht hier vor?“. Mehr Aufmerksamkeit kann ich im Moment wirklich nicht gebrauchen. Er schweigt. Ich fixiere meinen Dolch auf seinem Hals. Drohend schaue ich in seine Augen und sage: „Murchadh, du weißt wozu ich fähig bin“. Ich übe Druck aus bis er Blut spuckt und gebe ihm eine Gedenkpause. Er stottert: „Ic…Ich rede! Vor ein paar Tagen kamen Menschen in unser Lager. Sie waren viel mehr als wir. Sie boten uns Gold, viel Gold…und Frauen wenn wir uns ihnen anschließen. Wir hatten keine Wahl“. „Ihr hattet keine Wahl? Feiglinge, Geldgeile Säcke seid ihr!“. „Aber Mìcheal, verstehe, du kannst dich uns anschließen, die Bhartar haben so gut wie verloren.“ Der Zorn in meiner Stimme gewinnt die Überhand: „Euch Hasenfüßen anschließen? Wofür? Für etwas Gold und eure Huren? Niemals! Eher werde ich im Kampf untergehen, doch bin ich kein Verräter! Ich habe euch für das Rückgrat unserer Truppe gehalten, doch ihr seid nichts. NICHTS!“ In meiner Wut stoße ich zu. Ich sehe noch den Schmerz in seinen Augen und bereue meine Tat. Doch es ist zu spät. Er ist tot. Sie werden ihn suchen. Ich durchsuche ihn nach Vorräten, denn ohne werde ich nicht länger überleben. Etwas Käse und ein paar Pilze, sollte für’s erste reichen. Seine Leiche ziehe ich in dichtes Buschwerk, dort sollte er "sicher" sein. Ich esse ein paar der Pilze und setze mich zur Ruhe. Die letzte Nacht war anstrengend.
    Mir wird schwarz vor Augen, verliere die Orientierung und falle. Plötzlich sehe ich Dinah vor mir. Sie rennt durch den Wald, verfolgt von Barbaren. Ihre sonst so seidenglatten Beine gespickt von Dornen. Blut läuft ihre Waden hinunter, ihr Kleid zerfetzt. Ich will ihr zu Hilfe eilen, doch die Distanz ist zu groß. Sie wird langsamer und bricht schließlich zusammen. „NEIN!!!“ schreie ich und erwache. Erwache durch meinen eigenen Schrei. „Nein“, schwöre ich mir. „Nochmals werde ich nicht zu spät kommen“.
    Mein Schädel brummt stärker als nach einer durchzechten Nacht. Ich habe schon einiges miterlebt, aber das ist echt extrem. Verdammte Pilze! Stehen Druiden etwa auf so einen Scheiß? Ich raffe mich auf und begebe mich an den Waldrand in Sichtweite unseres Dorfes. Die Dämmerung setzt langsam ein.

    Schon von weitem sind Kriegsgeräusche zu vernehmen. Eine riesige Armee Axtkämpfer südlich unseres Dorfes ist gerade im Anmarsch in Richtung unserer Palisade, die an vielen Stellen schon Löcher zu beklagen hat. Es müssen tausende sein! Doch dann brechen zu den Flanken unsere Theutates Blitz wie ein Gewitter in die Horde ein und reißen derbe Verluste in die Reihen der Barbaren. Doch was ist das? Einige von ihnen positionieren sich Rücken an Rücken zu den Flanken gerichtet. Speerkämpfer! Ein Blitz nach dem anderen stürzt zu Boden. Unsere letzte Hoffnung. Doch wie kann das sein? Sie müssen unsere Verteidigungstaktik gekannt haben, aber wie? Nur die höchsten Offiziere haben Zugang zu den Lagebesprechungen. Wem aus unseren Reihen kann man noch trauen?
    Doch da kommen sie, die Druidenreiter, stolz auf ihren Rössern aus dem Wald gestürmt. Sie stimmen einen schrecklichen Kriegsgesang an und prasseln über die Horde Axtkämpfer nieder. Haben sie sich also umentschieden oder waren stets auf unserer Seite? Viele von den Barbaren stürzen zu Boden. Doch halt, einige Fallen, bevor die Druiden sie erreichen. Verwundet sehen sie nicht gerade aus. Ah! Das war also der Plan. Meister der Täuschung, Dreckssäcke!

    Okay, ich will hier nur noch mit meiner Frau lebend rauskommen. 300 Meter östlich von mir ist eine Lücke in der Palisade. Ich kämpfe mich durch das Getümmel ins Innere der Stadt. Überall sind feindliche Soldaten. Die Häuser werden geplündert, die Frauen vergewaltigt. Unsere Defensive ist gebrochen. Im Dorfzentrum unser Anführer Alasdair, umringt von seiner Leibgarde, den Elite-Phalanx. Angreifer für Angreifer wird niedergemacht, doch der Kreis zieht sich immer enger. Die Übermacht ist zu groß. Als der letze Mann der Leibgarde den Tod gefunden hat, tritt Fearchar, unser größter Druide aus dem Schatten und ruft mit tiefer Stimme: „Alasdair! Werter Anführer, deine jämmerliche Zeit ist abgelaufen! Jetzt werden die Ivari diese Lande beherrschen. Es lebe Nìal!“ Er nimmt seinen Stab und versetzt Alasdair einen Schlag gegen den Kopf. Dieser stürzt bewusstlos zu Boden. Ich zögere, gerne würde ich diesem Verräter ein Pfeil durch den Leib jagen, doch es ist keine Zeit für Rache, noch nicht. Ich mache mich schnellstmöglich auf den Weg zu meinem Haus, bevor eine dieser wiederwärtigen Kreaturen den Weg gefunden hat.
    Nur noch ein paar Meter. Plötzlich tritt eine Gestalt auf die Straße, ein Hüne von über 2 Metern. Er schaut verdutzt, hebt seine stachelbesetzte Keule zum Schlag. Ich werfe mich auf den Boden, weiche dem nächsten Schlag aus. Ich springe auf, nehme meinen Dolch und versetze ihm einen Stich in den rechten Oberarm. Eine tiefe Wunde klafft an meinem Bein. Durchströmt vom Adrenalin spüre ich keinen Schmerz. Er heult auf. Blitzschnell ramme ich meinen Dolch in seinen Unterleib. Ein letzter Schrei entrinnt seiner Kehle.


    ...Fortsetzung nächster Post

  9. #29
    Travianer
    Registriert seit
    08.10.2013
    Beiträge
    3

    Standard Fortsetzung "Krieg unter Freunden"

    ...

    Ich renne die letzten Schritte zu meinem Haus und stoße die Tür auf. Dort steht sie, erschrocken mit Tränen in den Augen. Ist das ein Lächeln auf ihrem Gesicht? „Mìcheal“, stottert sie, „lange habe ich auf dich gewartet, doch nun bist du zurück.“, sagt sie mit ungewohnt tiefer Stimme. „Stimmbruch, oder was?“, scherze ich. Verzweifelt schreit sie: „Lauf fort, oder ich werde dich umbringen müssen!“. „Dinah, Honigblütchen, ich weiß wir sind in Gefahr. Aber wir schaffen das zusammen, du und ich. Ich baue uns ein kleines Hüttchen im Wald, abgelegen vom Rest der Welt. Ich lasse dich hier nicht zurück.“ Ich gehe auf sie zu, nehme sie in den Arm und gebe ihr einen Kuss auf die Stirn, als ich einen stechenden Schmerz im Rücken fühle. Ich sacke zusammen und sehe noch wie die Klinge aus ihrer Hand fällt. Was zur Hölle ist in sie gefahren?! Sie kniet neben mir, das Gesicht tränenüberströmt. Sie flüstert leise: „Es tut mir soo leid“. „Tatsächlich?“, stammel ich hervor. „Hör zu“, flüstert sie. „Ich möchte, dass du das noch mitbekommst. Die Druiden waren hier. Sie redeten etwas über Loyalität. Du seist der Feind. Sie haben mich verflucht dich zu töten, uns alle verraten!“. „Ja, für Gold und ein paar Hur…“, ist alles was ich hervorbringen kann. Mir wird schwarz vor Augen und spüre, wie mich meine Kräfte verlassen.


    Danke für die Aufmerksamkeit!

    Sucidem

  10. #30
    Travianer
    Registriert seit
    06.07.2011
    Beiträge
    3

    Standard Lagerbericht aus dem römischen Lager Aydindril und 1. Nachruf:

    Mo, 25.02.2013

    Heute zu Dienstbeginn kamen zum Entsetzen des ganzen Lagers Aydindril nur vier der ausgeschickten Legionäre aus den umliegenden Dörfern zurück, aus denen sie jeweils zu zweit den fälligen Tribut eingezogen hatten. Sie führten die sterblichen Überreste dreier Kameraden mit sich und meldeten ihrem Tribun, dass der Herr Brinsek aus Dorf Dorf den fälligen Tribut verweigert habe. Im darauffolgenden Disput seien wohl Waffen gezogen worden und einer der Legionäre sei nach dem Kampf seinen schweren Verletzungen ebenso erlegen wie sein Kontrahent. Des Weiteren berichteten sie aufgeregt und wütend von den Vorgängen vor Dorf CeX . Dort wurden von ihnen die beiden beauftragten Legionäre vor den verschlossenen Toren ermordet aufgefunden. Auf energisches Fragen der kleinen Gruppe wurde ihnen aus verschlossenen Toren mitgeteilt, Tribut gäbe es keinen mehr und so, wie es diesen beiden ergangen, werde es in Zukunft einem jeden ergehen, der Tribut fordern würde.
    Sofort begab sich Fionn MacCumhal mit seinen verbliebenen und dienstlich abkömmlichen Legionären ins Besprechungszelt um einen Plan zur Bestrafung dieses ungeheuerlichen Verhaltens auszuarbeiten. Da meldete ihm der diensthabende Torposten, eine bedrohlich näherkommende Staubwolke gesichtet zu haben. Leider waren dem Lager bisher noch keine Späher zugeteilt worden und so konnte nur in Erfahrung gebracht werden, dass der germanische Häuptling Fighterone der Allianz R.I.P. aus dem Dorf Romulus beabsichtigt, unser Lager Aydindril anzugreifen. Da für den Circus Maximus in Rom wertvolle (und auch wehrhafte) Tiere gefangen worden waren, kam eine Flucht nicht in Frage und sofort wurden die Mauern vierfach verstärkt, wofür der Tribun aus seiner Privatschatulle einige Goldstücke für die fleißigen Arbeiter zur Verfügung stellte. Alle wertvollen Baumaterialien und Gegenstände wurden in sichere Verstecke verbracht. Dann erst wurden die Mauern bemannt, die Tiere kampfbereit gemacht und das Tor geschlossen, welches der Tribun persönlich zu verteidigen gedachte, da aus der Staubwolke geschlossen schon eine zwei- bis dreifache Übermacht erwartet wurde.
    Was dann aber geschah, soll auf ewig in den Analen des Lagers und der Allianz -=]R[=-festgehalten sein:
    Es ergoss sich eine wahre Flut von fast hunderten Keulen schwingenden Barbaren über die Ebenen vor den Mauern. Aus mitgeführten, entasteten Baumstämmen hatten sie sich primitive Leitern gebaut und griffen die Mauern von allen Seiten an und verwickelten die tapferen Legionäre sofort in Nahkämpfe gegen drei, vier Gegner. Einen riesigen Baumstamm als primitive Ramme benutzend, sprengten sie das Tor auf. Auch Fionn MacCumhal sah sich sofort umringt und angegriffen von einer Bande unzähliger, gröhlender, schmutziger und mit Keulen auf ihn einprügelnder Tiermenschen. Sie schienen kaum einer vernünftigen Sprache mächtig (somit Verhandlungen nicht zugänglich) und waren, wenn überhaupt bekleidet, mit Fellen von toten Tieren behängt. Eine böse Überraschung für die Bande waren die zum Kampf abgerichteten Tiere, welche sich mit ihren Ausbildern sofort auf den Haufen der Feinde stürzten. Die darauffolgende Schlacht wurde von beiden Seiten in aller Härte und ohne jegliches Pardon geführt. Obwohl sich rings um Fionn die Toten zu Hügeln türmten, musste er mit ansehen, wie einer seiner Kameraden nach dem anderen ebenso wie die tapfer kämpfenden Wildschweine, der Wolfshund und sogar der mächtige Elefant, nachdem er viele der Räuber zertrampelt oder mit seinem Rüssel zu Boden geschleudert hatte, der schieren Übermacht erlagen. Die kleine Lagerspinne konnte noch einen Angreifer vergiften, bevor sie zertreten wurde und auch das Lagermaskottchen Egon, die kleine Ratte, konnte zwar durch einen Biss in den schmutzigen Hals einen der Barbaren in den Hades schicken, hauchte dann aber unter Keulenhieben ihr noch nicht lang währendes Leben aus. Das letzte was der Held Fionn MacCumhal sehen konnte, bevor er aus unzähligen Wunden blutend und sein Gladius vergeblich zur Abwehr hochreißend zu Boden ging und seine Sinne schwanden, war, wie die verbliebenen sechs Räuber wehklagend, schwer verletzt und ohne Beute heulend davonhumpelten. Mögen die Götter ihnen gnädig sein und sie unseren Gefallenen im Hades auf ewig dienen.

Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Abstimmung: Geschichte im RPG-Stil
    Von Skadi im Forum Wettbewerbsarchiv
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 31.10.2013, 20:03
  2. Gewinne Gold: Schreibe eine Geschichte im RPG-Stil
    Von Skadi im Forum Archiv für Ankündigungen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 31.10.2013, 11:04
  3. Wie schreibe ich eine RM: ?
    Von Dude im Forum Fragen
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 20.07.2012, 15:34
  4. Wie schreibe ich eine RM
    Von MUFTI BENÖ im Forum Archiv für Fragen
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 22.09.2007, 10:27
  5. Wie schreibe ich eine IMG
    Von Aramis1 im Forum Archiv für Fragen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 01.04.2006, 17:06

Lesezeichen

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •